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Buchtipp: “Himbeerjoghurt mit Sahne” von Jan Ranft

Von 2007 bis 2012 bloggte Jan Ranft im Studio 3-Podcast unter dem Motto „Willkommen in der Schwulenwelt!“. Daraus entstand eine Sammlung von Kurzgeschichten, die sich nun alle in seinem neuen Buch wiederfinden.

Der Papst im Flugzeug – von hinten gelesen

Um es vorweg zu nehmen: Ich bin a-kirche, a-religion. Aber was die religiösen Institutionen, bzw. ihre Vertreter, sagen, lässt mich nicht kalt, weil sie immer noch einen Grossteil der Gesellschaft(en) in der Welt – und damit indirekt auch mich – trotz der (mancherorts scheinbaren) Trennung von Kirche/Religion und Staat mitbeeinflussen.
In diesen Tagen wühlt ein Ausschnitt des Gesprächs des Papstes mit der Presse während seines Rückfluges nach seinem bewegten Besuch in Irland (mit viel weiterem Drum und Daran, das hier nicht unter die Lupe genommen werden soll), die LGBT+-Community auf. Noch genauer gesagt, geht es um die Aussage (in der Antwort), dass er Eltern von Kindern, die homosexuellen Neigungen erkennen liessen, aufforderte zu beten und psychiatrischen Rat zu suchen. (Der IDAHOT jeweils am 17. Mai erinnert übrigens an den Tag im Jahr 1990, an dem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Homosexualität aus dem Diagnoseschlüssel für Krankheiten strich.)
Liest/hört frau/mann die Antwort von hinten nach vorne, dann ist Folgendes gesagt:

  • Homosexualität (der Kinder) ist eine Herausforderung für die Eltern (was „wir“ gerne auch vergessen).
  • Töchter und Söhne haben ein Anrecht auf eine Familie. Eltern sollen sie nicht verstossen.
  • Wenn die Eltern damit nicht zurechtkommen, sollen sie Rat suchen, immer im Dialog.
  • Eltern sollen das Gespräch suchen.
  • Du bist meine Tochter, mein Sohn, so wie du bist.
  • Sie ignorieren, ist eine Verletzung der Elternpflicht.
  • Schweigen ist keine Lösung.
  • Wenn sie aber älter sind, 20 oder so, liegt der Fall anders.
  • Möglichkeiten mit der Psychiatrie zu schauen, wie es sich verhält.
  • Wenn es Kinder sind.
  • Was er (der Papst) Eltern eines Kindes mit homosexuellen Neigungen sagen würde.

Florent Jouinot (Checkpoint Lausanne) und ich teilen die Ansicht, dass noch keine Papst sich gegenüber der Homosexualität so offen (ich füge an: wohlwollend) geäussert hat.
Aber es ist klar, dass sich zahlreiche Fragen (jetzt von vorne nach hinten) stellen:

  • Wofür sollen die Eltern beten? Dass ihr Kind nicht schwul oder lesbisch (oder LGBT+ im weitesten Sinn) ist? Für sich, um damit in positivem Sinn zurechtzukommen? Dass sie das Kind richtig begleiten können?
  • Wozu und für wen soll die psychiatrische Unterstützung gut sein, wenn Homosexualität doch gemäss WHO keine (Geistes-?)Krankheit ist? Für die Eltern? Für das Kind? Zur (versuchten) „Konversion“? Für wessen „Seelenheil“?
  • Wann ist das Kind kein Kind mehr (mit der Pubertät, mit Verlassen des Schutzalters, warum mit 20)?
  • Zu welchem Zweck sollen die Eltern das Gespräch suchen? Ist das Ziel des Gesprächs die Akzeptanz durch die Eltern?
  • In welchem Bereich würden die Ratschläge von LGBT+-Beratenden oder z. B. von FELS anders lauten?
  • Wie bringt der Kopf (der Papst) seine Haltung in den Körper (die Hierarchie) und die Glieder „Gläubigen“) seiner Institution? Werden sie (endlich) ihre Ablehnung ablegen?
  • Wie ändert sich dann die Einstufung der (umfänglich gelebten) gleichgeschlechtlichen Neigung im römisch-katholischen „Sündenregister“?
  • Welche (möglichst positiven) Wirkungen könnte diese „Botschaft“ auf die katholischen Traditionalisten, die Freikirchler und Bibel-Fundamentalisten, andere Religionen haben?
  • Und wie beeinflusst sie das Verständnis eines laizistischen Staates (in der Schweiz trotz der Anrufung des Allmächtigen in der Bundesverfassung)?

Deshalb meine ich (für mich), dass diese Antwort des „obersten weltlichen Hirten“ der römisch-katholischen Kirche mit Vorbehalten doch als eine zaghafte Entwicklung in Richtung unverkrampfterem Verhältnis zur Homosexualität zur Kenntnis genommen werden darf. Es ist zum Wohl von vielen römisch-katholischen LGB(T+)-Menschen.
(Ob ich gerade heute in des Papstes Haut im Verhältnis zur Kurie stecken möchte, ist noch eine ganz andere Frage.)

12 Monate Zölibatär um Blut zu spenden

Der schwule Jordan Moll-Vigrass aus Buffalo, New York, blieb 12 Monate Zölibatär um jetzt Blut spenden zu dürfen.
Sein Ziel ist es, Aufmerksamkeit über die Reglementierung der Gesundheitsbehörde zu schaffen. Sie verbietet Männern, die Sex mit Männern haben, Blut zu spenden.
Jordan, 22, spendete am Mittwoch Blut, nachdem er ein ganzes Jahr keine sexuellen Kontakte hatte.
Die amerikanische Gesundheitsbehörde, FDA, verbietet es Männdern, die Sex mit Männer haben (MSM), Blut zu spenden, wenn diese in den vergangenen 12 Monaten sexuelle Kontakte hatten. Bis 2015 war es diesen Männern sogar komplett verboten diese lebensrettende gute Tat zu tun.

Laut Jordan ist es aber auch heute, mit den gelockerten Regeln, immernoch problematisch für MSM Blut zu spenden.
“Das vergangene Jahr war sehr hart”, sagt er. “Zölibatär zu leben ist sicherlich für viele sehr anstrengend – vorallem für mich als 22 Jahre junger schwuler Mann. Ich musste Beziehungen und Ähnliches beenden um nicht Gefahr zu laufen, mein Ziel zu ruinieren.”

Auch in der Schweiz ist es MSM verboten Blut zu spenden, wenn sie nach 1977 (!) Sex mit Männern hatten!

5 LGBT Schauspieler*Innen die Du kennen solltest

Der Sommer ist in vollem Gange und die Temeraturen steigen weiter.
Gut, wenn man sich zuhause in der kühlen Wohnung vor den TV setzen kann um gutes Fernsehen zu schauen.
Hier sind 5 LGBT Schauspieler*Innen, die du noch heute in Serien sehen kannst.
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ELLIOT FLETCHER


Elliots erste TV-Rolle war in MTV’s Faking It, wo er einen Transmann namens Noah spielte.
Danach stach er in der Serie The Fosters raus und heute sieht man ihn -ebenfalls als Transmann – in Shameless.

JJ TOTAH


JJ Totah ist eine weitere Persönlichkeit die queerness in die Welt des Schauspiels bringt.
Zuletzt konnte man JJ in Mindy Kailings Champions sehe, wo er einen offen schwulen Teenager spielt.
Davor hatte er unzählige Gästerollen, unter anderem in Glee, New Girl oder im Film Other People.

LENA WAITHE


Lena Waithe ist den meisten aus ihrer Rolle in der Netflix-Serie Master of None bekannt, für die sie auch am Drehbuch mitschrieb. Als sie dafür einen Emmy erhielt, benutzte sie ihre Ansprache um zu ihrer LGBTIQA Familie zu sprechen.

JOSH THOMAS


Zusätzlich zu seiner Arbeit als Comedian ist Josh Thomas auch ein talentierter Autor, Schauspieler und Regisseur. Weltweit kennt man ihn als Macher und Schauspieler in seiner Serie Please Like Me, die auf Netflix läuft. Die Serie untersucht Probleme wie Coming Out und psychische Gesundheit und dies mit einer heftigen Prise Humor.

MJ RODRIGUEZ


MJ hat kürzlich in ihrer Rolle als Blanca Rodriguez-Evangelista für Aufsehen gesorgt, die sie in der Serie Pose spielt. In der Vergangenheit tauchte sie in Shows wie Nurse Jackie und Luke Cage auf.
Wie die Figur, die sie in Pose spielt, begann sie ihre Performancekarriere in der New Yorker Ballroom-Szene wo sie von ihrem Hausvater mit 14 Jahren entdeckt wurde. 2011 unterzog sie sich einer geschlechtsanpassenden Operation.
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Tausende Menschen demonstrierten heute in Israel: «Es gibt keine Demokratie ohne Gleichheit»

Regenbogenfahnen dominierten heute die Städte Tel Aviv, Jerusalem und Haifa. Tausende Menschen haben in Israel ihre Arbeit niedergelegt und marschierten durch die Strassen um gegen die Ungleichbehandlung von LGBT+ zu demonstrieren. Am Abend versammelten sich dann rund 80’000 Menschen zu einer Kundgebung auf dem Rabin-Platz in Tel Aviv.
Auslöser der Streiks und Proteste war eine Änderung des israelischen Leihmutterschaftsgesetzes. Bislang durften nur heterosexuelle Paare Leihmütter engagieren, um ein Kind zu bekommen. Nun wurde das Gesetz auf die Gruppe der alleinstehenden Mütter erweitert – gleichgeschlechtliche Paare und alleinstehende Männer sind dagegen weiterhin ausgeschlossen.
Irit Rosenblum von der israelischen Organisation «New Family» bezeichnet gegenüber der Deutschen Presse-Agentur die Gesetzesänderung als diskriminierend: «Eine Gesellschaft, die zwischen Bürgern erster und zweiter Klasse unterscheidet, ist keine Demokratie». Sie sieht die heutigen Kundgebungen sogar als eine «neue Welle sozialer Proteste». Die Gesetzesänderung zur Leihmutterschaft sei «der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt».

Scharfe Kritik an der Regierung

Am Rande der Proteste kündigten mehrere Politiker*innen an, das Thema Leihmutterschaft erneut auf die Tagesordnung zu setzen. Allerdings sehen viele Politiker*innen der Opposition als einzige Chance für eine Verbesserung der Lage von LGBT+ einen Regierungswechsel. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu müsse weg, erklärte Ja’el German von der Oppositionspartei Jesch Atid: «So lange er die Regierung anführt und solange er im Einfluss von Religiösen und Orthodoxen ist, solange wird sich nichts ändern».

[VIDEO] "Be Yourself" soll Mut machen!

Eine Mitgliederorganisation von ILGA (International Lesbian and Gay Association), Single Step, hat ein motivierendes Video mit dem Titel “Be Yourself” veröffentlicht.
Es soll jungen Menschen auf der ganzen Welt Mut machen, zu sich zu stehen.


Die Macher des Videos haben sich dazu entschieden, das Video allen LGBTI Organisationen zur Verfügung zu stellen, die es für sich benutzen wollen. Gratis und ohne Verpflichtungen.
Wenn Du daran interesse hast, melde dich bei Ivan Dimov (ivan[at]singlestep.bg), dem Gründer von Single Step. 

[VIDEO] Ein Video eines Regenbogenfussgängerstreifenspuckers ist viral gegangen

Ein zehnsekündiges Video, aufgenommen von einer Dashcam, zeigt den Mann, der einen Regenbogen-Fussgängerstreifen bespuckt. Das Video wurde bereits über 100’000 Mal angeschaut.
Das Video stammt von einem Bewohner – Lane Speckor – der Stadt Corner Brook in Kanada, wo es auch aufgenommen wurde.

Took the time to let this couple cross the road and the man took the time to spit on the rainbow crosswalk. Take note he also didn’t walk on it. There’s still a long way to go…

Gepostet von Lane Specker am Montag, 16. Juli 2018

“Habe mir die Zeit genommen, das Paar den Fussgängerstreifen zu überqueren und der Mann hat sich die Zeit genommen, ihn zu bespucken,” schreibt Specker. “Und beachte: Der Mann läuft auch nicht auf dem Streifen, sondern daneben…”

QueerUp & GAYRADIO am Zurich Pride Festival

QueerUp und GAYRADIO waren am Zurich Pride Festival dabei und haben für dich Eindrücke und Erinnerungen gesammelt! Hier eine Zusammenstellung der Ergebnisse:

Fabio Huwyler war mit der 360° Kamera unterwegs …

LIVE FROM ZURICH PRIDE FESTIVAL 2018

LIVE FROM ZURICH PRIDE FESTIVAL 2018

Gepostet von QueerUp am Samstag, 16. Juni 2018

LIVE FROM ZURICH PRIDE FESTIVAL 2018

LIVE FROM ZURICH PRIDE FESTIVAL 2018

Gepostet von QueerUp am Samstag, 16. Juni 2018

… hat den Magischen Moment zu YMCA gefilmt …

HAPPY Zurich Pride ! #YMCA

Gepostet von QueerUp am Samstag, 16. Juni 2018

… hat Anna Rosenwasser zugehört …

Inspirierende Worte von Anna Rosenwasser von der Lesbenorganisation Schweiz "LOS" an der heutigen Zurich Pride! #marshaPjohnson

Gepostet von QueerUp am Samstag, 16. Juni 2018

… und gute Erinnerungen an die Parade:

Daniel Frey war mit dem Mikrofon unterwegs und hat die Menschen gefragt, was für sie Pride ist…

… hat allgemein über die Pride berichtet …

… und am Sonntag gleich 2 Stunden Pride gehabt – in seiner Sendung: 

Various Voices: Ein Fest der Gemeinsamkeit

Nächste Woche findet über Auffahrt in München das 14. Chorfestival Various Voices statt. Auftreten werden rund 90 Chöre mit etwa 2700 Sänger*innen – so gross war das Chorfestival noch nie.
LGBT+Chöre sind ein wichtiger Integrationsort innerhalb unserer Community und bieten Raum, in dem die Sänger*innen sowohl ihre musikalischen Interessen verfolgen können, als auch vor Ressentiments und Vorurteilen gegenüber LGBT+Menschen geschützt sind und sich frei und unverstellt bewegen können. Dies spielte vor allem zu Beginn der Chorbewegung eine wichtige Rolle, mit der zunehmenden gesellschaftlichen Emanzipation tritt der musikalische Aspekt zunehmend in den Vordergrund.
Im Sinne der Integration meldete sich der «Schmaz» – der schwule Männerchor Zürich – 1991 zur Teilnahme am Schweizerischen Gesangsfest in Luzern an. Allerdings erlaubte die Chorvereinigung eine Anmeldung nur unter Verzicht auf das «schwul» im Chornamen. Das liessen sich die Männer nicht bieten: Unter ihren Hemden, die sie erst auf der Bühne fallen liessen, trugen sie T-Shirts, auf denen der volle Name stand. Das sei gegen die Vereinbarungen, einer der Organisatoren wollte die Vorstellung abbrechen. Der Conférencier der Konzerte beendete schliesslich die Diskussion mit Verweis auf die damals in der Innerschweiz noch weitverbreiteten katholischen Turnvereine: «Wenn man katholisch turnen kann, kann man auch schwul singen.» Der «Schmaz» sang an jenem Tag leidenschaftlich wie nie zuvor.
Im GAYRADIO habe ich zweimal ausführlich über Various Voices berichtet. So in der Sendung vom 15. Mai 2005 mit Interviews und Einspielungen vom Festival in Paris und in der Sendung vom 10. Mai 2009 mit einem Rückblick aus dem Studio von Radio RaBe.

Various Voices: München klingt international

Für München ist das Europäische Chorfestival Various Voices eine der grössten Kulturveranstaltungen des Jahres: Vom 9. bis 13. Mai 2018 sind rund 90 Chöre mit etwa 2700 Sänger*innen in der Bayernmetropole zu Gast. Sie heissen «Melodiva», «Philhomoniker» oder «Mainsirenen». Und sie singen quer und queer durch alle Genres, von Rock-, Pop- und Politsongs, über Musicalhits bis hin zu Volkslieder und Klassik.
Das LGBT+Chorfestival findet bereits das 14. Mal statt. Doch so gross und vielfältig war Various Voices noch nie. Various Voices spiegelt die Vielfalt queerer Lebensentwürfe aus aller Welt wider. Vor allem aber bringt das Festival Menschen zusammen.

Carmina Burana für alle

Fünf Tage lang wird München zum Mittelpunkt von 200 Chorkonzerten. Ausserdem gibt es Galas, Partys, Schifffahrten auf dem Starnberger See und als Höhepunkt die berühmte «Carmina Burana» als öffentliches Konzert mit grossem Orchester sowie Tausenden Sänger*innen auf dem Odeonsplatz. Eine Aufführung, die zusammen mit dem Sängerkreis München, dem Staatstheater am Gärtnerplatz und dem Sinfonieorchester der Universität durchgeführt wird und zu der alle Münchner*innen eingeladen sind, mitzusingen und an der einmaligen Atmosphäre von Various Voices teilzuhaben.

«Wir singen um unser Leben»

Den Organisator*innen ist es gelungen, vier Chöre aus der Ukraine sowie einen Chor aus der Türkei zur Teilnahme zu bewegen und sämtliche Kosten dafür zu übernehmen. Denn auch das ist Various Voices: Solidarität mit Menschen aus Ländern, in denen queeres Leben nur unter erschwerten Umständen möglich ist. Für sie dürfte die freie Atmosphäre dieses Wochenendes besonders bewegend sein.
Aus der Schweiz nehmen die drei Chöre «Schmaz», «Sweet and Power» und «Schwubs» teil. Und mittendrin im Trubel der Schreiberling dieses Textes, der laufend vom Chorfestival direkt aus München berichten wird.

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